Travel Diary: Übernachtung im Iglu auf der Zugspitze

Schon als kleines Kind habe ich mir ausgemalt, wie eine Übernachtung im Iglu wohl sein würde. Dick eingemummelt in einen Schlafsack, mit einer Taschenlampe als kleine Lichtquelle und jede Menge zu erzählen mit meinen Freundinnen. Und dass die ganze Nacht hindurch ohne ein Auge zuzumachen. Leider lag bei uns nie so viel Schnee, dass es für einen Bau eines Iglus gereicht hätte. Trotzdem habe ich an diesem Kindheitswunsch festgehalten. Als mir vor einigen Jahren eine meiner besten Freundinnen von Ihrer Übernachtung im Iglu auf der Zugspitze erzählt hatte, war ich sofort begeistert. Trotzdem hat es noch eine ganze Weile gedauert, bis ich dann Ende letzten Jahres meinen Kindheitstraum in die Tat umsetzen konnte.  Heute möchte ich Euch ein wenig von diesem einmaligen Erlebnis berichten.

Deshalb habe ich Euch heute ein kleines Travel Diary zur Übernachtung im Iglu auf der Zugspitze mitgebracht:

Anreise

Generell ist eine Anreise mit der Bahn völlig unproblematisch. Vom Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen kann man problemlos mit einem weiteren Zug zum Eibsee gelangen. Wir haben uns allerdings für die Anreise mit dem Auto entschieden, da man hier weitaus flexibler ist. Wichtig ist jedoch, dass man genügend Zeit für die Anreise einplant. Ich kann auf jeden Fall einen Puffer von mindestens einer Stunde empfehlen um auch rechtzeitig am vereinbarten Treffpunkt zu sein. Wenn Ihr Euch auch für die Anreise mit dem Auto entscheiden solltet, fahrt Ihr direkt bis zum Parkplatz Eibsee. Dort könnt Ihr Euer Auto die Nacht über geparkt lassen. Von dort aus habt Ihr verschiedene Möglichkeiten auf die Zugspitze zu gelangen. Es stehen euch die neu eröffnete Seilbahn der Zugspitze, die Gletscherbahn und auch die Zahnradbahn  zu Verfügung. Wir haben uns für die Zahnradbahn entschieden, da zu dieser Zeit jede Menge an der Seilbahn der Zugspitze los war. Die Fahrt mit der Zahnradbahn dauert ca. 45 Minuten und sie bringt Euch direkt zum Zugspitzplatt. Dort ist auch der Treffpunkt mit den anderen Teilnehmern und Euren Guides im Restaurant “Sonnalpin”. Bitte beachtet, dass die Tickets für die Seilbahn, Gletscherbahn und auch für die Zahnradbahn nicht im Preis Eurer Übernachtung mit inbegriffen sind. Hierfür zahlt Ihr ca. 90€ für zwei Personen. Das Ticket ist den ganzen nächsten Tag noch gültig und Ihr habt damit auch die Möglichkeit auf der Zugspitze Ski oder Snowboard zu fahren.

Genereller Ablauf

Gegen Nachmittag trefft Ihr Eure Guides und auch die anderen Teilnehmer der Iglu-Übernachtung im Restaurant “Sonnalpin”. Dort werdet Ihr mit allen wichtigen Informationen (z.B. auch welches Euer Iglu ist) versorgt und erhaltet zudem noch eine kleine Sicherheitsbelehrung. Nach einer kleinen Einweisung werden die Arktis-Schlafsäcke ausgeteilt. Je nachdem ob Ihr ein Romantik-Iglu (für 2 Personen) oder das Standard-Iglu (für bis zu 6 Personen) gebucht habt, könnt Ihr zwischen einem Standard-Schlafsack oder einem Romantik-Schlafsack (ab der Mitte zusammen) wählen. Danach macht Ihr Euch gemeinsam mit den Guides auf den Weg Richtung Iglu-Dorf. Dort angekommen, dürft Ihr als erstes Euer Iglu beziehen. Jedes Iglu ist individuell gestaltet und  hat seinen eigenen Charme. Damit auch jeder die Möglichkeit hat, die schönen Kunstwerke zu sehen, besteht die Möglichkeit in der ersten Stunde auch die Iglus der anderen Teilnehmern anzuschauen. Anschließend folgt ein kleiner Begrüßungsdrink in der Iglu-Bar – Ihr könnt zwischen Glühwein (der im übrigen ausgezeichnet ist!) oder auch Punsch wählen.

Der Abend im Iglu-Dorf

Um auch nicht auszukühlen, ist es enorm wichtig in Bewegung zu bleiben. Deshalb ist auch noch vor dem Abendessen eine kleine Schnee-Wanderung auf der Zugspitze vorgesehen. Je nach Wetterbedingungen kann die Tour aber auch ausfallen. Bei uns war es recht stürmisch, aber dennoch kein Problem eine kleine Wanderung zu machen. Wichtig ist nur, dass man dick eingepackt ist und eine kleine Taschenlampe mit sich trägt. Wem nach der Schnee-Wanderung noch nicht warm sein sollte, der kann sich auf ein heißes Essen freuen. In der Iglu-Bar werden nämlich im Anschluss je nach Wahl Käsespätzle oder auch Käsefondue serviert. Nach dem Essen wird die Bar in eine kleine Disco mit schöner Beleuchtung und guter Musik verwandelt. Wer Lust hat kann ein wenig tanzen, in den Wirhlpool steigen oder sich in der Sauna aufheizen. Es gibt übrigens zwei Whirlpools – einen im Außenbereich (wo auch die Sauna und die Umkleide zu finden ist) und einen im Inneren des Iglu-Dorfs. Auch wenn Ihr Euch wegen der Kälte nicht unbedingt in Badekleidung nach draußen begeben wollt – macht es auf jeden Fall! Es wärmt den kompletten Körper auf und auch nachts habt Ihr mit der Kälte nicht ganz so die Probleme. Die Umkleide ist übrigens beheizt, allerdings auch sehr klein weshalb sich ein Absprechen mit den anderen Teilnehmern empfiehlt. Wenn Ihr dann müde seid, zieht Ihr Euch um und schlupft in den Arktis-Schlafsack. Wichtig ist, eine Mütze auch über Nacht anzubehalten, da diese auf Grund der Kälte Eiskristalle bis zum nächsten Morgen bekommt und es dann nicht mehr wirklich angenehm ist, sie den nächsten Tag über weiter zu tragen. Was Ihr genau mitnehmen müsst, findet Ihr aber auch gleich in einem der nächsten Abschnitte.

Hygiene

Darüber habe ich mir im Vorfeld ehrlich gesagt sehr viele Gedanken gemacht. Ich habe selbst Kontaktlinsen und war mir etwas unsicher wie das wohl mit der Kälte sein wird. Immerhin hat es Minusgrade die Nacht über – aber das war überhaupt kein Problem. Generell ist es so, dass es dort oben kein fließendes Wasser gibt. Eine Toilette (für Frauen und Herren getrennt) ist vorhanden. Die Toilette ist eine ganz normale “Porzellanschüssel” unter dem sich ein Plumsklo befindet. Wegen Geruch oder ähnlichem braucht Ihr Euch keine Sorgen zu machen. Man riecht nichts. Neben der Toilette findet Ihr auch ein Hygienspray und natürlich Klopapier. Also alles wie gewohnt – außer das es natürlich ganz schön kalt ist. Außerhalb der Toilette befindet sich ein Waschbecken und eine Art Pumpspender in dem Desinfektionsgel für “danach” ist um seine Hände zu reinigen. Für das Zähneputzen könnt Ihr in der Bar heißes Teewasser bekommen und somit steht auch dem Zähneputzen nichts mehr im Weg. Bzgl. den Kontaktlinsen habe ich es so gelöst, dass ich das kleine Kontaktlinsendöschen einfach mit in den Schlafsack genommen habe, damit es über Nacht nicht gefriert.

Essen & Trinken

Ich habe es ja oben bereits erwähnt. Es gibt Käsefondue und auch Käsespätzle zum Abendessen und das in so großen Mengen, dass sicherlich jeder satt wird. Zudem könnt Ihr kurz vor der Schnee-Wanderung noch eine Bauerplatte bestellen. Wir hatten kein Mittagessen und haben das Angebot deshalb auch wahrgenommen. Die Bauernplatte ist bestückt mit leckerem Käse, Schinken, einem Dipp (für den Käse) sowie ein paar Oliven, zusätzlich gibt es noch Brot und Brezel dazu. Uns hat sie sehr lecker geschmeckt. Wenn Ihr das Romantik-Iglu bucht, ist sie übrigens im Preis mit inbegriffen. Der erste Glühwein oder Punsch am Abend geht auf´s Haus, danach kosten die Getränke etwas. Tee erhaltet Ihr aber den ganzen Abend kostenlos. Neben vielen antialkoholischen Getränken gibt es auch leckere Cocktails und vieles mehr. Ihr werdet sicherlich fündig werden.

Der Morgen danach

Ihr werdet am nächsten Morgen von einem Eurer Guides mit einem heißen Tee geweckt. Anschließend habt Ihr ein wenig Zeit zum Anziehen und Packen, bevor es dann gemeinsam zurück zum Restaurant “Sonnalpin” geht. Dort erhaltet Ihr ein leckeres Frühstück (im Wert von 15€), welches im Preis mit inbegriffen ist. Die Auswahl ist groß und wenn Ihr kein vorgegebene Frühstück wählen möchtet, könnt Ihr es Euch auch selbst zusammenstellen. Gegen 9 Uhr endet dann Euer Iglu-Abenteuer und mit Eurem Ticket könnt Ihr entweder zurück zum Auto fahren oder auch noch auf der Zugspitze den Tag z.B. mit Ski fahren verbringen.

Was Ihr wirklich für eine Übernachtung im Iglu benötigt

Was Ihr definitiv auf keine Fall benötigt ist ein Koffer. Ein einfacher Rucksack ist vollkommen ausreichend für Eure Übernachtung. Und das sollte auf jeden Fall mit dabei sein:

  • Bargeld (für etwaige Getränke an der Iglu-Bar)
  • Zahnbürste & Zahnpasta
  • zwei Mützen (eine für die Nacht und eine für den Abend/nächsten Morgen) – da es Nachts sehr kalt wird, kann es passieren dass Ihr an Eurer Mütze am nächsten Tag Eiskristalle findet und es nicht mehr wirklich angenehm ist, sie weiter zu tragen. Eine zweite Mütze ist also Gold wert.
  • Badebekleidung, Handtuch und ggfs. Flip-Flops  (für den Whirlpool)
  • Dicke, wasserfeste Handschuhe
  • warme Winterschuhe (am besten dick gefüttert und wasserdicht)
  • Wintertaugliche Bekleidung – hier eignet sich am Besten Ski- und Snowboard-Bekleidung. Eure Hose und Jacke sollten wasser- und windfest sein.
  • Taschenlampe (für die Schneewanderung)
  • Sonnenbrille und -creme
  • für die Nacht: lange dicke Unterwäsche und dicke Wollsocken
  • ggfs. eine Wärmflasche (welche man mit Wasser befüllen kann)
  • Handwärmer
  • ggfs. ein USB-Ladekabel für Euer Handy


 

Mein Fazit

Ich kann Euch eine Übernachtung im Iglu wirklich nur sehr empfehlen. Für uns war es ein unvergessliches Ereignis, an dass wir uns sicherlich noch sehr lange zurück erinnern werden. Wer etwas Sorge hat wegen der Kälte, den kann ich beruhigen. Ich bin ein wahre Frostbeule und muss gestehen, dass es mir selten wirklich kalt war. Bei der Schnee-Wanderung hatte ich zu Beginn kalte Finger, aber als wir zurück im Iglu-Dorf waren, war mir alles andere als kalt. Man muss generell immer versuchen in Bewegung zu bleiben um der Kälte zu trotzen. Der Whirlpool oder auch die Sauna helfen sehr um warm zu bleiben. Auch im Schlafsack habe ich zu keiner Zeit gefroren, auch wenn es Anfangs etwas ungewohnt war mit Mütze einzuschlafen. Alles war perfekt organisiert und wir haben uns rundum wohl gefühlt. Probiert es auf jeden Fall aus, Ihr werdet es nicht bereuen!

Näher Infos zu Preisen, Terminen und wo Ihr überall im Iglu übernachten könnt, findet Ihr auf der Website des Iglu-Dorfs. Wenn Ihr noch weitere Fragen haben oder Euch noch was interessieren sollte meldet Euch gerne bei mir. 🙂

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